Gewichtsweste für Läufer: Lohnt sich das?

Gewichtswesten sind schon seit längerem ein fester Bestanteil von Krafttraining, aber sie finden auch immer mehr als Trainingsgerät für Ausdauersportarten wie zum Beispiel Laufen Verwendung. Aber lohnt sich das eigentlich? Sollte man eine schwere Laufweste in sein Trainingsprogramm integrieren?

Wie beeinflusst eine Gewichtsweste das Training?

Das meiste Wissen über Lauftraining mit Gewichtsweste kommt aus einer Studie, die im Jahr 1987 von den finnischen Forscher Heikki Rusko durchgeführt.

Er versuchte herauszufinden, wie das Fehlen der Schwerkraft bei Astronauten den Muskelabbau beeinflusst. Also simulierte er die Gewichtsreduktion, indem er eine Gruppe von 12 Athleten für einen Zeitraum von sechs Wochen Gewichtswesten tragen ließ. Im Anschluss verglich er ihre Leistung gegen Athleten ohne Gewicht.

Die Ergebnisse waren überraschend: Nach den sechs Wochen sah er bei den Probanden einen Rückgang in ihrer Leistung. Es wurde mehr Sauerstoff für jeden Schritt benötigt, während es bei den anderen keine Veränderungen in der Leistung gab.

Rusko hatten die Athleten für weitere zwei Wochen ohne Laufweste trainieren lassen, damit sich ihre Körper erholen konnten. Der Leistungskreislauf hatte sich nicht verbessert, aber die VO2 max und die Milchsäure-Schwelle des Sportlers hatten sich leicht verbessert.

Die Ausdauer der Sprinter verbesserte sich um 25% und die Treppensteiggeschwindigkeit um 3%. Es scheint die zusätzliche Anstrengung, die erforderlich war, um das zusätzliche Gewicht zu bewegen, hatte geholfen schnellen Muskelfasern (Typ II) zu aktivieren. Diese, sobald sie eine gewisse Erholungszeit hatten, verbesserten das Sprintvermögen.

Lohnt sich der Kauf einer Gewichtsweste?

Die richtige Ausrüstung zu kaufen, kann den Unterschied zwischen sicheren, effektiven Training und kleinen oder großen Verletzungen bedeuten.

In Ruskos Studie verwendete er Laufwesten, die nicht mehr als 10% des Körpergewichts des Läufers wogen. Leider sind die meisten Westen auf den Einsatz rund um Krafttraining fokussiert, so dass es schwierig sein kann, eine Weste zu finden, die unter 25 Pfund wiegt. Allerdings gibt es auch einige Ausnahmen.

Gewichtswesten und Sicherheit: Was man beachten sollte!

Wenn es um Laufwesten geht, gibt es einige Sicherheitsaspekte, die bedachtet werden sollten. So wie höheres Körpergewicht das Risiko von Gelenkverletzungen erhöht, so trifft dies auch auf die zusätzliche Belastung durch die Trainingsweste zu.

So kann das zusätzliche Gewicht des Läufers führen, sich während des Laufens zu stark nach unten und nach vorne zu beugen. Dies stellt eine unverhältnismäßig große Menge Stress auf den unteren Beine dar, was zu einer erhöhten Verletzungsgefahr führen kann. Das Gewicht und die Laufposition erhöht auch mögliche Probleme im Zusammenhang mit muskulären Ungleichgewicht.

Um einen Selbstcheck durchzuführen, führt man eine einbeinige Kniebeuge mit jedem Bein durch: Wenn das Knie nach innen oder nach außen zu ziehen neigt, ist dies ein Indiz, dass die durch das Laufen entwickelten Muskeln, dass Bein verdrehen. Mit zusätzlichen Gewicht durch die Laufweste kann dies ein höheres Risiko an Knieverletzungen bedeuten.

Nichtsdestotrotz ist ein vorsichtiges Training mit einer Gewichtsweste ein ultimatives Werkzeug zur Steigerung der Performance. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass man beim Training mit einer Weste nicht übermütig wird. Das Risiko sollte man dann eindämmen können und die Vorteile für sich ausreizen können.